Ekkehard Franz Büchler wurde 1941 in Krakau geboren; 1944 flohen er und seine Mutter nach Bad Ischl, bis die Familie 1955 nach Wien zog. 1962 heiratete er seine Frau Susanna, mit der er drei Töchter bekam. Nachdem 1978 Susanna an Brustkrebs erkrankte; Ekkehard unterstützte sie als ehrenamtlicher Rechnungsprüfer in der Frauenselbsthilfe nach Krebs – seine ersten „Lehrjahre“ in einer Selbsthilfegruppe.
Seine eigene Krebsdiagnose erhielt er 1993 durch einen Zufallsbefund: ein Hochrisiko-Prostatatumor bei einem PSA-Wert von 27,4. Die Operation und dessen Folgen prägten Ekkehard so stark, dass er sich kurz darauf dazu entschloss, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. So gründete er 1997 gemeinsam mit Prim. Dr. Otmar Zechner die “Selbsthilfe Prostatakrebs” in Wien. Schon bald darauf wurde er erstmals als Obmann der Selbsthilfegruppe zum ORF eingeladen, um über die Probleme der Krankheit zu sprechen. Spätestens jetzt war Ekkehard zum nationalen Gesicht für Prostatakrebs geworden - eine Rolle, die er mit einem Selbstbewusstsein verkörperte, die einem Zusehenden schon bei Ekkehards bloßem Auftreten das damals übliche Stigma eines Prostatakrebs-Betroffenen überdenken ließ. Ekkehards alleinige Präsenz gab zu verstehen: Nein, Prostatakrebs macht nicht schwach, Prostatakrebs macht nicht unmännlich und vor allem macht Prostatakrebs nicht den Menschen, der man ist.
Die folgenden Jahre nutzte er, um sich aktiv um die Interessen Prostatakrebs-Betroffener zu kümmern, monatliche Vorträge mit Expert:innen zu organisieren, ein Netzwerk aus Urolog:innen in ganz Österreich sowie auch europaweit aufzubauen und wertvolle Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Ekkehard gelang es regelmäßig, Prostatakrebs in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und jene unangenehmen Nebenwirkungen zu thematisieren, die bis dato in zehrender Schweigsamkeit gehüllt waren.
Ekkehard war ein klarer Befürworter von Prostatakrebszentren. Hier sollten Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, Sexualmediziner:innen und alle weiteren Hauptakteure im Krankenverlauf eines Betroffenen zusammenarbeiten, um bestmögliche Lebensqualität zu garantieren. Wechselt der Patient - so wie derzeit oft - zum niedergelassenen Urologen, so weiß das Spital nicht, wie die Krankengeschichte verläuft. Ergo: Die Nachwirkungen der Behandlung können nicht mehr ordentlich erfasst werden. Und so geht auch das Wissen darüber verloren, welche Behandlung im Sinne der Lebensqualität, allen voran hinsichtlich Inkontinenz und Impotenz, erfolgreich war und welche nicht. Die Bestrebungen zu solchen Zentren, die den gesamten Krankheitsverlauf protokollieren, existieren zwar, konnten jedoch bis dato nicht umgesetzt werden. Insofern kritisierte Ekkehard, dass aus Ärztesicht - wenn überhaupt - lediglich die Überlebensrate für die Evaluierung als Erfolg herangezogen wird, ohne Blick auf die Verluste, die damit einhergehen. Er verwies dahingehend auf das schwedische Krebsregister, das dort die Qualitätserfolge von Therapien nachhaltig aufzeichnet, und forderte ein österreichisches Äquivalent.
In jedem Fall leistete Ekkehard mit seinen Taten und Interviews einen wertvollen Beitrag für alle Betroffene von Prostatakrebs und soll dafür in Erinnerung bleiben. Er unterstützte die Gründung PATIOs und ist hauptverantwortlich für die enge Zusammenarbeit mit den Österreichischen Selbsthilfegruppen, die bis heute Kern unserer Aufgabe ist.